Game-Modding im nicht-kommerziellen Bereich
Michael Fruehauf
BA-Arbeit
1. Gutachter: Prof. Ulrike Spierling
2. Gutachter: Prof. Dr. Paul Grimm
Zusammengefasst lässt sich sagen, dass das Medium Videospiel ein Medium ist, das in seinen Fähigkeiten häufig unterschätzt wird. Doch leider haben meist nur Profis die Möglichkeit, dieses Medium zu nutzen, um ihre Ideen in einem Videospiel zu verpacken und diese so der Öffentlichkeit zur Verfügung zu stellen.
Doch die Hersteller setzen immer mehr auf die Moddingszene da diese die Langlebigkeit eines Videospieles immens steigern kann. Infolge dessen veröffentlichen sie immer öfter Tools, mit deren Hilfe Ein privater Anwender eigene Inhalte zu einem Titel oder auf Basis dieses Titels zu erstellen. Da das Spektrum der Anwender immer breiter werden soll werden auch die Tools häufig sehr einfach gestaltet damit auch private Anwender, die sich nicht rund um die Uhr mit der Erschaffung virtueller Welten befassen eigene Ideen umsetzen können.
Die Möglichkeiten innerhalb der verschiedenen Tools oft extreme unterschiedlich können sich aber auch sehr ähnlich sein. So existieren Tools, die in ihrer Anwendung dem Autor jede erdenkliche Möglichkeit bieten, dafür aber schwer zu verwenden sind. Wiederum existieren Tools welche sehr einfach zu nutzen sind, dies aber leider nicht selten auf Kosten der technischen Möglichkeiten die dieses Tool besitzt.
Dennoch ist es für einen privaten Anwender mit der Beachtung einiger kleiner Regeln problemlos möglich sich mithilfe dieser technisch schwachen Tools in die Erschaffung eigener virtueller Welten einzuarbeiten. Wenn man sich nach und nach immer weiter in diese Thematik einarbeitet ist man in einiger Zeit in der Lage mit ein wenig Zeit die Videospielwelt mit eigenen Ideen zu bereichern.
Wenn man dem Privatanwender das Modden ermöglicht , erhöht das nicht nur die Langlebigkeit des Titels oder einer Engine sondern kann auch zur Folge haben, das von Privatanwender völlig neue Techniken mithilfe dieser Engine entwickelt werden können. Schon häufig kam es vor, dass ein Mod die physikalischen Möglichkeiten eines Titels noch einmal erweitert hat oder einem älteren Titel ein neues grafisches Gewand verpasste, das ihn optisch so aktuell wie neue Titel machte. Diese Kraft des Moddens sollte nicht unterschätzt werden.
Wenn die Moddingszene weiterhin von den Entwicklern so gefördert und unterstützt wird, wäre es durchaus vorstellbar, dass auch Hochschulen mit diesen Techniken gearbeitet werden kann. Ein Optimalfall da Hochschulen das Wissen und die Leistung verfügen, weiter in dieser Technik zu forschen und zumindest in technischer Hinsicht die Videospielwelt um einiges weiterbringen könnten.
Wenn der Privatanwender nun die Möglichkeit besitzt selbstständig eigene Inhalte zu erschaffen oder gar neue Spiele auf der Basis eines existierendem Titels zu erstellen, kann das die Videospielwelt unglaublich Bereichern und inspirieren. Zwar besteht auch die Gefahr der Überflutung mit Titeln, die eher minderer Qualität sind aber auch die Möglichkeit, völlig neue Ideen einzubringen
Diese Arbeit sollte auch die Inspiration für weitere Vergleiche dieser Art zwischen den verschiedensten Tools sein. Das hätte zur Folge, das ein Privatanwender noch umfassender Unterscheiden kann, welches Tools geeignet sind und welche wohl eher ungeeignet für die eigenen Vorhaben und vielleicht wurde einigen Lesern nun endlich der Anstoß gegeben, sich an die Verwirklichung eigener Ideen zu machen, die die Videospielwelt bereichern können.
Unter Umständen wurde nun auch einige das Potenzial von Videospielen erkannt. Ein Videospiel muss nicht unbedingt nur ein Videospiel sein sondern kann tiefgründige Geschichten erzählen und sogar auf spielerische Art und Weise Wissen weitergeben. Das Videospiel wird als Medium zu oft unterschätzt, vielleicht findet es nun endlich eine gewisse Anerkennung.
